Osprey Athleten: Joe Stock

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Dyalan Taylor above the Gorilla Finger Andrew Wexler skiing on the Neacola Glacier Andrew Wexler above the Neacola Glacier Joe above the Neacola Glacier Aufstieg zum höchsten Punkt einer 1 km langen Eisrinne in den Neacola Mountains in Alaska. Foto: Andrew Wexler Kurz vor dem Gipfel des Mount Chamberlin (2.749 m) im Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge (Brooks Range, Alaska). Foto: Joe Stock Joe übt sich in Geduld (was ihm am schwersten fällt) und wartet, bis der Sturm aufhört. Foto: Dylan Taylor Joe am zweiten von insgesamt 18 Tagen, an denen er rund 300 Meilen auf Skiern in den Chugach Mountains von Anchorage bis Valdez zurücklegte. Foto: Andrew Wexler Das endlose Studium der Alaska-Karten tief im Inneren in der Aleutenkette. Foto: Dylan Taylor Joe beim Skifahren in der Nähe von Valdez, Alaska. © Dan Oberlatz 2010 Joe beim Skifahren in der Nähe von Valdez, Alaska. © Dan Oberlatz 2010 Joe beim Skifahren in Manitoba am Summit Lake, Alaska. © Wendy Wagner 2011 Joe in Suesca (Kolumbien). © Cathy Flanagan 2010

Joe Stock

Die erste Skiüberquerung der Neacola Mountains in Alaska

Lieblingsrucksäcke: Solo, Mutant 38, Variant 52

Wenn Sie das nächste Mal in Anchorage sind, gönnen Sie sich ein Bier im "Simon und Seafort Grill" und schauen Sie sich den Sonnenuntergang an. Während Sie einen tiefen Schluck aus dem Bierglas nehmen, schauen Sie in Richtung der Bucht Cook Inlet. Dort sehen Sie den großen Gletschervulkan Mount Spurr, aus dem eine kleine Dampfwolke herauspufft. Links neben dem Mount Spurr ziehen sich die Neacola Mountains hin: eine zerklüftete und einsame Gebirgskette aus Eis und Granit. Eine Gebirgskette, von der die meisten Einwohner Alaskas noch nie etwas gehört haben.

Anfang April stieg ich mit Andrew Wexler und Dylan Taylor in das Amphibienflugzeug von Doug Brewer und flog von Kenai über die Bohrinseln in der Bucht von Cook Inlet nach Lake Chakachamna unterhalb des Vulkans Mount Spurr. Sechs Tage lang fuhren wir auf Skiern durch Whiteout, Eisfälle und tiefsten Pulverschnee zu einem Lebensmittellager mitten in den Neacola Mountains. Wir richteten ein Basislager ein und blieben 10 Tage dort. Wir erkundeten Granitwände, fuhren durch unberührten Pulverschnee und trotzten Stürmen und eisigen Temperaturen. Nachdem die Lawinengefahr einigermaßen vorbei war, fuhren wir als erste den "Gorillafinger" hinunter, eine 800 m lange senkrechte Eisrinne, und dann die 1000 m lange Eisrinne "Immortal Technique".

Einmal schafften wir 3 km vertikale Abfahrten an einem Tag. Vom Lager aus fuhren wir fünf Tage über zahlreiche Gletscher, durch zahlreiche unberührte Eisrinnen und hinunter ins Tiefland, wo wir uns auf Wildpfaden durch dichtes Erlengebüsch kämpfen mussten und oft unsere Skier hinter uns herzogen.

Am letzten Abend unserer Überquerung schliefen wir im Freien auf einer Schotterbank am Fluss Tlikakila. Wir bewaffneten uns mit Eispickeln, Steinen und Knüppeln, um hungrige Bären abzuwehren. Nur einen halben Meter von unseren Schlafsäcken entfernt sahen wir frische Bärenspuren. Wir überstanden die Nacht und kamen am nächsten Tag am Lake Clark, dem Endpunkt unserer Reise, an. 22 Tage nach unserem Aufbruch am Nordende der Neacolas Mountains landete Doug sein Flugzeug auf einer Schotterbank und brachte uns nach Kenai zurück.

Bei der Überquerung der Neacola Mountains legten wir über 150 km zurück und überwanden einen Höhenunterschied von 6000 m. Wir fuhren insgesamt 17 km vertikal auf Skiern herunter. Wir stellten fest, dass die Neacola Mountains eine Gletscherversion der Nördlichen Kaskaden sind. Die niedrig liegenden Gletscher Alaskas schmelzen wie alle Gletscher der Welt in rasantem Tempo ab. Auf unserer Tour verglichen wir zehn GPS-Höhenmessungen mit USGS-Karten aus dem Jahr 1958 und konstatierten einen durchschnittlichen Höhenverlust von 21 Metern pro Jahr.

Als Rucksäcke benutzten wir den Osprey Aether 85, mit dem wir rundum zufrieden waren! Mit einem Gewicht von nur 2,2 kg ist er leicht und bietet trotzdem den besten Tragekomfort, den man sich vorstellen kann. Besonders gefiel uns, dass alles Wichtige, wie Riemen zum Befestigen der Skier und Isoform-Schultergurte, dran sind, aber unnötige Extras fehlen.

Mach weiter so, Osprey!


Mount Chamberlin – Skiabfahrt vom höchsten arktischen Gipfel in Alaska

Brookskette, Arctic National Wildlife Refuge, Alaska


Nach fünf Minuten an Bord des Buschflugzeugs Helio Courier musste ich auf die Toilette. Zehn Minuten später war mir speiübel. Ich unterhielt mich mit Sean, unserem Piloten, doch die meiste Zeit schaute ich aus dem Fenster und schmiedete Pläne, bis mir klar wurde, dass ich nicht die geringste Ahnung hatte, was auf mich zukommen würde. Wir flogen von Fairbanks aus nach Norden über das Kalkgebirge der White Mountains, die Yukon Flats, die Orte Venetie und Arctic Village hinauf über die geröllbedeckten Hänge der Brookskette. Als wir über das Flusstal des Hulahula River schwebten, sahen wir den ersten Grizzlybär, ein fellbedeckter Muskelprotz, der durch die Tundra galoppierte. Der Flug dauerte 2 1/2 Stunden.
 
Der Pilot von Wrights Air brachte Matt und mich auf einer Schotterbank am Hulahula River, unterhalb des Baches Katak Creek, zurück auf festen Boden. Hier wollten wir in den nächsten 10 Tagen unser Basislager aufschlagen. 2005 wurden in der Nähe zwei Menschen von Grizzlybären aufgefressen. Wir waren jedoch auf eine mögliche Konfrontation vorbereitet und hatten uns mit Pfefferspray, bärensicheren Lebensmittelbehältern, einem batteriebetriebenen Elektrozaun, einem Jagdgewehr und einem Revolver ausgerüstet. Ich habe noch nie eine Waffe abgefeuert, aber wie sagt man so schön: Du musst einfach nur schneller rennen als dein Partner.
 
Für Fotograf Matt Hage und mich war es die erste Reise zur Arctic National Wildlife Refuge. Das Naturschutzgebiet befindet sich im östlichen Teil der 900 Kilometer langen Brookskette und hat die höchste Konzentration an arktischen Hochgebirgsgipfeln außerhalb von Grönland. Matt und ich wollten den höchsten Berg der Brookskette, den 2750 Meter hohen Mount Chamberlin, auf Skiern herunterfahren.
 
Kein logisch denkender Mensch fährt in diese Region zum Skifahren. Im Winter verwandeln Temperaturen von -45 Grad Celsius die dünne arktische Schneedecke in knietiefen Raureif. Im Frühling schmilzt der Schnee zu knietiefem isothermischen Schneematsch, über den Mückenschwärme fliegen. Matt und ich brachen zum 2750 Meter hohen Mount Chamberlin auf, um ein verrücktes Abenteuer zu erleben.
 
Der Helio Courier verschwand langsam in der Ferne und wir schauten uns um. Wir befanden uns in 450 Meter Höhe, 19 km vom Fuß des Chamberlin entfernt und auf der anderen Seite des Berges unserer Pläne. Auch konnten wir nirgendwo Schnee sehen. "Das war es dann wohl", meinte Matt.
 
In den nächsten zwei Tagen schleppten Matt und ich unsere schwere Ausrüstung auf der Suche nach einem Höhenlager in unmittelbarer Nähe zum Chamberlin. Dabei begegneten wir drei Grizzlys, die vor unserem Geruch das Weite suchten. Auch fragten wir uns, was uns wohl dazu getrieben hatte, unsere Skier auf schneelose Berge zu schleppen.
 
In 1500 Meter Höhe schlugen wir unser Höhenlager in der grünen Tundra unter dem Gipfel des Mount Chamberlin auf. Es schneite und regnete drei Tage, und wir mussten zum Hulahula-Lager zurückkehren, um unsere Vorräte aufzustocken. Am nächsten Tag kehrten wir zum Höhenlager zurück und hofften, dass das Wetter für die Abfahrt vom Chamberlin mitspielen würde.
Am siebten Tag brachen wir um 6.00 Uhr morgens auf und stiegen über einen sterbenden Gletscher durch Wolken und Nebel nach oben. In 2100 Meter Höhe kraxelten wir über schneebedeckte Felssteine und hackten Stufen in den Schnee an einer 45 Grad steilen Wand bis zu einem gewundenen Schneerücken. 30 Meter unterhalb des Gipfels und immer noch ungesichert durchbrach mein Fuß die Schneedecke über einer Gletscherspalte und rutschte in eine Höhle aus glitzernden Kristallen. Wir sicherten uns mit einem Dyneema-Seil ab und hackten im Abstand von 10 Meter zueinander Stufen in den Schnee, bis wir den Gipfel der Brookskette erreichten.
 
Vielleicht hätten wir kühn in der Mitte des Chamberlin-Gletschers herunterfahren sollen, um klaffende Spalten herum. Doch wir bewahrten einen kühlen Kopf. Wir wussten, dass eine Rettung in dieser abgelegenen Ecke Alaskas so gut wie unmöglich war. Also schnallten wir uns die Skier an und fuhren auf dem schneebedeckten Gletschereis am Rand des Gletschers auf nur 40 Grad Neigung herunter. Nachdem wir die letzte Gletscherspalte passiert hatten, carvten wir ein paar tolle Kurven in den Schnee, bis dieser sich in Matsch auflöste, durch den wir uns die letzten 700 Meter bis zum Lager quälten. Wir waren froh, dass wir überhaupt befahrbaren Schnee vorgefunden hatten.

Matt und ich zelteten noch drei Tage in 1500 Meter Höhe, machten Skiaufnahmen in der Mitternachtssonne und im Tagesnebel, um das langsame Sterben des Katak-Gletschers zu dokumentieren. Dann schleppten wir uns zurück zur Landepiste am Hulahula River und warteten auf den Helio Courier.
 
Unserer besonderer Dank gilt dem Hans Saari Memorial Fund und Osprey Packs, die diese Reise möglich machten.
 
Auf dem Hinflug zum Basislager verstauten wir unsere Ausrüstung in den Reisetaschen Transporter 95. Diese Taschen wiegen weniger als 1,3 kg, wodurch sich unser Gesamtgewicht nicht wesentlich erhöhte. Dank der Schulterriemen lassen sie sich auch schnell auf dem Rücken tragen, was sehr nützlich ist, wenn man auf dem Flughafen nach dem Anschlussflug sprinten muss.
 
Auf dem Berg packten wir unsere Ausrüstung in einen Variant 52. Diese Rucksäcke bieten eine ideale Mischung aus Komfort, geringem Gewicht und Funktionalität. Vor dem Aufstieg beluden wir sie mit 31 kg an Skiausrüstung und Lebensmitteln und trotzdem ließen sie sich gut tragen – unglaublich für einen Rucksack, der weniger als 1,8 kg wiegt. Auf dem Gipfel packten wir unsere Variants zu kleinen Skirucksäcken zusammen.