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Osprey Vietnam

Ein Besuch bei Osprey Vietnam

 

Alle paar Jahre zeigen wir einer Gruppe von Einzelhändlern und Medienvertretern unsere Einrichtungen in Vietnam. Auf dieser Reise erleben sie aus nächster Nähe das einzigartige System, das wir dort eingerichtet haben, und lernen sie die mit der Entwicklung und Herstellung von Rucksäcken verbundenen Herausforderungen kennen. Um aber wirklich zu verstehen, welche Entwicklung wir durchgemacht haben, müssen wir 15 Jahre zurückgehen.

Am Ende der 90er Jahre wurde Osprey mit denselben Problemen konfrontiert, vor denen viele Rucksackhersteller in den USA standen. Die Materialbeschaffung wurde immer schwieriger, da immer mehr Stofffabriken im Südosten der USA ihren Betrieb einstellten und in einigen Fällen sogar Bankrott machten. In Asien waren dagegen Stoffe und Metallteile für einen Bruchteil der Kosten weitgehend erhältlich. Obwohl bereits viele Markenhersteller Beschaffung und Produktion nach Asien verlagert hatten, hielten wir an unseren Produktionsstätten in Cortez fest. Schließlich hatten wir ausgezeichnete Mitarbeiter und Gründer und Chefdesigner Mike Pfotenhauer konnte sich direkt mit dem Produktionsteam austauschen, was uns bis heute einen wichtigen Wettbewerbsvorteil beim Design der Rucksäcke verschafft. 

Wenn zum Beispiel ein Designer einen Rucksack entwirft, kann dieser auf dem Papier toll aussehen. Dann stellt sich jedoch heraus, dass sich das Design nur schwer nähen lässt oder die zugeschnittenen Muster nach dem Nähen nicht gut zusammenpassen. Mit einer einfachen Änderung am Muster lässt sich dieses Problem oft schnell beheben. Ohne den direkten Kontakt mit den Mitarbeitern, die den Rucksack tatsächlich zusammennähen, erfährt der Designer das jedoch nicht.

Wir mussten zusehen, wie die Materialbeschaffung in den USA unausweichlich immer schwieriger wurde, ein Phänomen, das außerhalb unserer Kontrolle lag. Ab 2001 begannen wir mit der Fertigung unserer größeren Modelle in koreanischen Betrieben, obgleich der Großteil der Produktion weiterhin in Cortez erfolgte. Dieses Festhalten am lokalen Werk führte fast zum Ruin des Unternehmens, gab Mike und dem Rest des Teams jedoch auch Zeit, eine Strategie zu entwickeln, die viele der hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteile, insbesondere den direkten Kontakt mit den Produktionsstätten, bewahren sollte.

Im Ergebnis dieser Überlegungen zog Mike mit seiner Familie 2003 nach Vietnam um und blieb dort vier Jahre. Dieser Schritt führte zur Einrichtung eines Produktentwicklungsbüros, das heute knapp 30 Mitarbeiter beschäftigt und Mike bei seinen wiederholten und regelmäßigen Besuchen in Ho-Chi-Minh-Stadt als Ausgangsbasis dient.

Das Büro Osprey Vietnam befindet sich am Ufer des Saigon-Flusses in einer ehemaligen französischen Villa. Das Team arbeitet an Produktentwicklung und Design und allem, was mit Produktion und Versand aus den Fabriken, mit denen wir zusammenarbeiten, in Verbindung steht.

Die Mitarbeiter in Vietnam haben drei klar getrennte Aufgabenbereiche. Der erste (und unbestritten wichtigste) ist Design und Erprobung. Zwei Designer arbeiten zusammen mit Mike und den Mitarbeitern in den USA an der Entwicklung von Konzepten und neuen Produkten, die anschließend in unserem firmeneigenen Probierraum zu einem Prototyp verarbeitet werden, der getestet, evaluiert und schließlich weiterentwickelt wird. In diesem speziellen Probierraum können wir Warenmuster in nur einem Tag umarbeiten und das Design fortgesetzt verbessern, bis es marktreif ist.

Ein zweiter Teil des Teams macht das Produkt anschließend produktionstauglich, damit es in großen Zahlen hergestellt werden kann. Dazu gehört u.a. die sorgfältige Auswahl von Materialien und Fertigungstechniken zur Herstellung eines Produkts, das den Test der Zeit übersteht und die Produktivität maximiert.

Fünf Inspektoren kontrollieren täglich die Qualität der Produktion von Osprey Rucksäcken in unseren Fabriken. Sie kontrollieren das Produkt während der Herstellung, um Probleme von Anfang an auszuschalten und sicherzustellen, dass die Fabrik die Qualität der Produkte nach höchsten Vorgaben überwacht und kontrolliert.

Die Beschäftigung örtlicher Arbeitskräfte begünstigt nicht nur eine schnelle Kommunikation sondern schafft auch ein einzigartiges Verständnis der täglichen Bedingungen in den Fabriken und der Arbeitnehmer, wie es nur wenige Unternehmen kennen.

Die zu Besuch weilenden Händler und Journalisten kamen zu einem interaktiven Schulungstag. Nach einer Führung wurden ihnen an drei Stationen eine Aufgabe abverlangt: das Polstern eines Schultergurts mit Schaumstoff, das Einsetzen der Querstrebe in ein AirSpeed™ Tragegestell und das Annähen der Klappe an einen FlapJack oder FlapJill Rucksack.

Diese praktische Arbeit gab der Gruppe ein gutes Gespür für die Handfertigkeiten, die bei der Herstellung unserer Rucksäcke erforderlich sind. Beim Polstern der Schultergurte wird der Außenstoff (der linksherum zusammengenäht wird) über den Schaumstoff gezogen. Bei unserem AirSpeed™ Tragegestell wird das gesamte Tragesystem durch eine Querstrebe gespannt. Das Design ist einfach und elegant, doch benötigt es eine gewisse Handfertigkeit. Unser Reparaturvideo zeigt, wie es geht. Die letzte Aufgabe, das beliebte Nähen mit einer Nähmaschine und eigentliche Zusammennähen eines Rucksacks, sorgte für viel Heiterkeit. Jeder Teilnehmer wurde auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet, und die beste Note war eine 7. Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, wurde jeder Rucksack auseinandergezogen und neu zusammengenäht, bevor er unseren Gästen als Geschenk überreicht wurde! 

Wir zeigen unseren Besuchern auch die Fabriken, mit denen wir zusammenarbeiten, und erkunden mit ihnen Ho-Chi-Minh-Stadt auf dem Fahrrad. Wie auf unserer jüngsten Radtour über den Hai-Van-Pass ist das immer ein vergnügliches Abenteuer. Diese Besuche erhöhen die Wertschätzung für unsere Produkte und führen zu einem besseren Verständnis der Menschen, die sie herstellen. Wir sind stolz auf unsere Einrichtungen in Vietnam und werden sie auch in Zukunft unseren Kunden näherbringen.

Fotos von unserer letzten Reise:

                 Gespräche mit Mitarbeitern                  Osprey Verkaufsleiter Brad Bates         CEO Tom Barney müht sich redlich ab!

            Mittagspause!                           So wird's richtig gemacht             Trinken ist wichtig!

Gruppenfahrt in Vietnam                     Unsere Verkehrsmittel                           Freundliches Zuwinken!